Platin – mysteriöses Weißmetall

Platin ist das 78. Element im Periodensystem der Elemente. Das chemische Symbol Pt leitet sich aus dem Namen Platina ab. Platin ist ein schweres aber weiches und sehr korrosionsbeständiges Metall. Es gehört zur Gruppe der so genannten Platinmetalle (wie auch Osmium, Iridium, Ruthenium, Rhodium und Palladium).

Platin wird zwar heute auch als „neues Metall“ bezeichnet, die Geschichte des Metalls ist allerdings älter als man denkt. Sowohl die Ägypter ca. 3000 Jahre v.Chr. als auch die Inkas und die Spanier kamen mit den Platinmetallen in Berührung. Im späten 18. Jahrhundert wurde es sogar von den Spaniern für „unreifes“ Gold gehalten und von den Goldsuchern zurück in die Flüsse geworfen. Dies ließ den Goldfälschern freie Bahn, denn es hatte dasselbe Gewicht und die Eigenschaften wie Gold, nur der goldene Glanz fehlte. Hierdurch wies die spanische Regierung an, alles bis hierhin gefundene Platin im Meer zu versenken und erteilte zudem ein Exportverbot für dieses Element, um Schmuggel und Fälscherei zu unterbinden.

Heutzutage ist Platin nicht mehr wegzudenken und wird in den verschiedensten Bereichen verwendet. Neben der Schmuckindustrie nimmt es eine ernst zu nehmende Rolle in der Automobilindustrie ein. Aber auch unter Investoren findet das weiß-schimmernde Edelmetall immer mehr Anhänger.

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Angebot und Nachfrage

Platin ist ein ausgesprochen seltenes Metall. Es ist 30mal seltener als Gold und wird unter Tage gefördert. Aufgrund seiner physikalisch hervorragenden Eigenschaften wird es von der Automobilindustrie vornehmlich in Katalysatoren verwendet. Höhere Mengen des Edelmetalls führen hierbei zu einer weiteren Verbesserung der Abgaswerte. In Anbetracht immer strenger werdender Abgasvorschriften nimmt der Anteil von Platin, aber auch von Palladium, drastisch zu.

Platinvorkommen sind sehr selten und zudem ungleich über den Globus verteilt. In Südafrika, dem größten Produzentenland, hat sich die Produktion in 2009 zwar leicht erhöht, dennoch kommt es nach wie vor zu Problemen bei der Förderung. Veraltete Minen, gestiegene Produktionskosten, Währungsschwankungen im südafrikanischen Rand und die hohen Kosten der Personalausbildung wirken sich negativ auf die Förderung aus. Hinzu kommen Probleme mit der Stromversorgung der Minen aufgrund fehlender Investitionen in die Infrastruktur. Veraltete Stromnetze und Kohleverknappung bei einem gleichzeitig steigenden allgemeinen Strombedarf haben dazu geführt, dass die Energieversorgung der Minen nicht mehr adäquat gewährleistet werden kann.

Platinangebot in Unzen

Mit mehr als Dreiviertel des Angebots dominiert Südafrika auf der Angebotsseite. Russland als zweitgrößter Förderer kommt lediglich auf einen Anteil von 12 %. Dieser Anteil resultiert insbesondere aus der Tatsache, dass Platin auch als Nebenprodukt bei der Nickelproduktion gewonnen wird.

Platinnachfrage in Unzen

Platin als Zahlungsmittel

Platin spielte als Zahlungsmittel eine untergeordnete Rolle. Lediglich in Russland unter Zar Nikolaj Pavlovic (1825 bis 1855) wurde Platin als Zahlungsmittel benutzt. Das aus den reichen Funden des Ural stammende Weißmetall wurde eigentlich nur als Ersatz für das weniger wertvolle Gold verwendet. Doch als 1845 Ausländer für das wertvolle Edelmetall bereit waren mehr zu bezahlen als für Gold wurde die Platin-Münzprägung eingestellt.

Wie kommt der Platinpreis zu Stande?

Platin findet seinen fairen Wert ebenfalls durch Angebot und Nachfrage. Die Preise für Edelmetalle werden täglich an den Finanzmärkten der Welt ermittelt. So konnte man in der Vergangenheit eine negative Korrelation von Aktien und Anleihen zu Rohstoffen nachweisen. In Zeiten starker Aktienmärkte gaben die Preise für Rohstoffe nach. Erst in unruhigen Zeiten und turbulenten Aktienmärkten suchten die Anleger den Weg zu realen Werten wie Edelmetallen.

Der Preis von Platin wird, ähnlich wie Silber und Gold, auf dem freien Markt durch ein Fixing des Platinpreises bestimmt, welches über das Telefon abgewickelt wird. Das Fixing findet börsentäglich zweimal am London Platinum & Palladium Market statt. Darüber hinaus ist New York ein wichtiger Handelsplatz für Platin.

Viele verschiedene Faktoren beeinflussen den Platinpreis:

  • Der aktuelle Kurs des US-Dollars (da Platin in USD gehandelt wird)
  • Preisentwicklung und Förderquoten der Metalle bei denen Platin als Nebenprodukt gefördert wird
  • Angebot (v.a Südafrika) & Nachfrage (insbesondere Schmuck- und Automobilindustrie)
  • Zyklen der Weltwirtschaft
  • Politische Unruhen
  • Weltweite Lagerbestände

Platin als Anlage

Platin ist viel seltener in der Erdkruste vorhanden als Gold. Das bislang geförderte Platin würde in einem typischen Wohnzimmer Platz finden. Gleichzeitig sind die Anwendungsgebiete von Platin viel größer als die des Goldes. So wird geschätzt, dass etwa jeder fünfte Gegenstand den man benutzt Platin enthält oder Platin zur Herstellung benötigte. Das Weißmetall findet eine besonders große Bedeutung in der Herstellung von Katalysatoren. Auch bei der Herstellung hitzebeständiger Materialien ist Platin von großer Bedeutung. Da Platin erst ab einer Temperatur von ca. 1700° C schmilzt, werden Gefäße und Legierungen aus diesem Rohstoff in Laboren benötigt. Ein weiterer wichtiger Sektor bei dem Platin Anwendung findet ist die Medizin. Platin löst im menschlichen Körper keine Abwehrreaktionen oder dauerhafte Schäden hervor. Allergien auf den Rohstoff sind ebenso wenig bekannt. Daher lassen sich aus Platin Prothesen und elektrische Kontakte herstellen, die menschliche Organe unterstützen oder ersetzen können (z. B. Herzschrittmacher oder subkutane Hörgeräte) (Quelle: http://www.beyars.com/de_platin-verwendung.html).

Platin ist heute ein Metall, welches sich neben der Automobil- und Schmuckindustrie auch unter Anlegern großer Beliebtheit erfreut. Neben Barren sind es vor allem Platinmünzen, die sehr stark nachgefragt werden. Auch die Nachfrage durch physische ETFs ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Europa führt die Investmentnachfrage mit großem Abstand an. 2009 fragten die Anleger hier 355.000 Unzen Platin nach. Auf den Plätzen folgen Japan mit 170.000 Unzen und Nordamerika mit 100.000 Unzen.

Investnachfrage 2009

Hierbei ist nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung ein wichtiger Kaufgrund sondern auch die Angst vor steigender Inflation. Zudem sorgen die Minen mit ihren teilweise schlechten Infrastrukturen immer wieder für Preissteigerungen durch Ausfälle. Den Höhepunkt der physischen Platinnachfrage markierten indes die 1980er. Beflügelt durch die Angst vor Lieferengpässen in Südafrika im Rahmen von Unruhen gegen die herrschende Apartheid, erreichten die Verkaufszahlen von physischen Barren und Münzen im Jahr 1988 mit 630.000 Unzen ihren absoluten Höchststand (Quelle: Johnson Matthey, 2010).

Wussten Sie, dass...
  • man mind. 2 Tonnen (10 Tonnen) Erz finden muss um einen Ring (eine Unze) aus reinem Platin zu erzeugen?
  • der Name Platinum von dem spanischen Wort „Platina“ stammt, was so viel bedeutet wie „kleines Silber“?
  • die USA während des Zweiten Weltkriegs Platin als strategisches Metall deklarierten und jegliche nicht militärische Nutzung verboten?
  • aus einem Gramm Platin ein 2 Kilometer langer Draht gezogen werden kann?
  • eine Platinschallplatte kein Platin enthält, sondern lediglich aus Kunststoff mit Silberüberzug besteht?
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