Silber – das schimmernde Edelmetall

Silber ist das 47. Element im Periodensystem der Elemente. Das chemische Symbol Ag leitet sich aus dem Namen Argentum ab. Silber ist ein sehr weiches und nach Gold das dehnbarste Metall. Die Verwendung von Silber geht viele Jahrtausende in der Geschichte zurück.

Die Menschen begannen schon relativ früh Silber zu verarbeiten. Es war nach Kupfer und Gold das wichtigste Metall, welches von Menschen verarbeitet wurde. Von den Assyrern, den Griechen, bis hin zu den Römern und den Ägyptern wurde das Edelmetall nicht nur als Gebrauchsmetall sondern auch als Ziermetall eingesetzt. Die Ägypter, die dieses Metall auch Mondmetall nannten, schmückten die Enden Ihrer Obelisken mit einer Silber-Goldlegierung (Elektrum). Auch der römische Kaiser Caligula führte, um seine Macht und seinen Reichtum zu demonstrieren, im Circus einen Wagen vor, der aus 124.000 Pfund Silber bestand. Zeitweise war die wirtschaftliche Bedeutung des Silbers so hoch, dass es sogar kostbarer war als Gold.

Silber fällt hauptsächlich bei der Förderung von Kupfer, Zink und Blei als Nebenprodukt an. Zusätzlich hierzu stammt ein gewisser Teil aus der Gewinnung von Eisenerzen. Hierbei erhält man durch den Prozess der der Cyanidlaugerei ca. 95 %iges Rohsilber. Dieses reine Silber kommt vor allem in Form von Barren, Blechen oder Drähten in den Handel.

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Angebot und Nachfrage

Aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit und einer sehr hohen Leitfähigkeit ist die verarbeitende Industrie unangefochten der Hauptnachfrager am Silbermarkt. Doch auch als Zahlungsmittel in Form von Münzen nimmt Silber einen hohen Stellenwert ein. Schätzungen der VM Group zufolge sah die Nachfrage- und Angebotsseite im Silbermarkt 2008 wie folgt aus:

Silberangebot in Tonnen

Silbernachfrage in Tonnen

Mit 26 % ist die Schmuckindustrie der wichtigste Abnehmer von Silber. Dicht dahinter folgt die Verwendung im Elektronikbereich mit 22 % der Nachfrage. Silber ist hier aufgrund seiner besonderen Eigenschaften sehr gefragt. Die Fotoindustrie vereint immer noch 15 Prozent des Bedarfs. Allerdings ist hier seit mehreren Jahren ein Rückgang zu beobachten, welcher insbesondere im Voranschreiten der digitalen Fotografie begründet liegt. Aufgefangen wird dieser Rückgang indes durch den zunehmenden Bedarf der Investmentindustrie in Form von ETFs. Mit 12 % Anteil an der Gesamtnachfrage sind die börsengehandelten Fonds in den letzten Jahren bereits zu einem beachtlichen Marktteilnehmer herangewachsen. Unter den sonstigen Anwendungen dominieren neue Technologien wie Wasseraufbereitung und Solartechnik. Mit 855 t bzw. 557 t zählen diese bisher noch nicht zu den großen Nachfragern, allerdings sind die Wachstumsraten der letzten Jahre beachtlich. Im Jahr 2003 entfielen auf die Wasseraufbereitung lediglich 529 t. Die Verwendung in Solarzellen lag sogar bei lediglich 140 t.

Die bedeutendsten Förderländer von Silber sind in Mittel- und Südamerika zu finden. So stammten 2008 rund 118,3 Mio. Unzen aus dem Andenstaat Peru. Mexiko liefert auf Rang zwei noch 104,2 Mio. Unzen. Wichtigstes europäisches Förderland ist Polen mit 38,9 Mio. Unzen. Weltweit liegt das östliche Nachbarland Deutschlands damit auf Rang sechs.

Silber als Anlage

Neben all den genannten industriellen Bereichen spielt Zweifels ohne die Investmentsparte eine große Rolle. Zu Unrecht wird im Volksmund Silber auch als „Gold des kleinen Mannes“ bezeichnet. Große institutionelle Anleger haben dies ebenfalls längst erkannt und ergänzen ihre Anlagestrategie um Engagements im Silbermarkt. So stellt der Einsatz in der Industrie einen entscheidenden Faktor dar und lässt Silber im Vergleich zu Gold in einem anderen Glanz dastehen. Gold hat relativ wenig bedeutende Einsatzfelder in der Industrie. Silber – welchem oft kein konkurrierendes Substitutionsmetall entgegensteht – ist hingegen eines der am meisten genutzten Metalle. Aus dieser Konstellation ergibt sich eine breitere Basis für die Nachfrage nach Silber. Auch physische Investments in silberne Münzen und Medaillen gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Im Jahr 2008 ist in diesem Bereich zudem ein weiterer Nachfragesprung zu beobachten, welcher im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise und dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers zu sehen ist.

Nachfrage Münzen und Medaillen in Silber

Silber als Zahlungs-und Reservemittel

Bereits 475 v.Chr. wurde Silber in China als Zahlungsmittel verwendet. Was viele zudem nicht wissen – lange bevor überhaupt der Goldstandard eingeführt wurde, gab es schon den so genannten Silberstandard. Viele Jahrhunderte war Silber das bevorzugte Zahlungsmittel für die alltäglichen Besorgungen der Menschen. Die meisten Staaten hatten die sich im Umlauf befindlichen Banknoten mit 100 % Silber gedeckt und Silber wurde auch in der Münzherstellung im großen Stil benutzt. Während Kupfer zu schwer und Gold zu selten war, eignete sich dieses weiße Metall bis ins späte 19. Jh. hervorragende als Zahlungs- und Reservemittel. In Deutschland existierte von um 800 herum bis 1871 – also über 1000 Jahre lang – der Silberstandard.

Großbritannien führte 1819 als eines der ersten Länder den Goldstandard ein. In der Folge verlor Silber nach und nach seine strategische Stellung in der Geldpolitik.

Wie kommt der Silberpreis zu Stande?

Auch das Edelmetall Silber findet seinen fairen Wert durch Angebot und Nachfrage. Die Preise für Edelmetalle werden täglich an den Finanzmärkten der Welt ermittelt. So konnte man in der Vergangenheit eine negative Korrelation von Aktien und Anleihen zu Rohstoffen nachweisen. In Zeiten starker Aktienmärkte gaben die Preise für Rohstoffe nach. Erst in unruhigen Zeiten und turbulenten Aktienmärkten suchten die Anleger den Weg zu realen Werten wie Edelmetallen.

Der Preis von Silber wird wie Gold auf dem freien Markt am London Bullion Market bestimmt. Dort findet ebenfalls ein Fixing des Silberpreises statt. Die wichtigsten Handelsplätze für Silber sind London, Zürich, Hongkong und New York. Ebenso von Bedeutung sind die Börsen COMEX, die größte Edelmetallbörse der Welt und die New York Mercantile Exchange (NYMEX).

Viele verschiedene Faktoren beeinflussen den Silberpreis:

  • Der aktuelle Kurs des US-Dollars (da Silber in USD gehandelt wird)
  • Preisentwicklung und Förderquoten der Metalle bei denen Silber als Nebenprodukt gefördert wird
  • Angebot & Nachfrage
  • Zyklen der Weltwirtschaft
  • Politische Unruhen
  • Die Preisentwicklung von Gold (da Silber ebenfalls monetäre Eigenschaften besitzt und als Alternative angesehen wird)
  • Weltweite Lagerbestände
Wussten Sie, dass...
  • Sterling Silber kein pures Silber ist. Pures Silber ist zu weich, um es z.B. für Besteck oder Schmuck zu nutzen. Es wird darum mit Kupfer gemischt. Verhältnis: 92,5% Silber, 7,5% Kupfer.
  • Silber die größte elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Elemente besitzt.
  • Wörter für Silber und Geld in mindestens vierzehn Sprachen dieser Welt die gleichen sind.
  • ein kleines Körnchen Silber glattgeklopft 150-mal dünner als Papier ist.
  • Silber genauso wie Gold ein sehr weiches Edelmetall ist. Mit nur einer Feinunze Silber kann man einen 2.438 m langen Draht herstellen.
  • Silber schon in der Bibel erwähnt wird.
  • in jedem Auto mindestens eine Feinunze Silber verarbeitet ist.
  • Silber, wenn auch zu Unrecht als „Gold des kleinen Mannes „ bezeichnet wird.
  • Milton Friedman schrieb: „Das wichtigste monetäre Metall der Geschichte ist Silber, nicht Gold“.
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